Erlebnisse

Im Bett mit der Malibu-Lesbe

Hallo gemeines Volk,
vor Kurzem war ich mit meiner besten Freundin Ca$h, nur mit dem original Dollarzeichen, mal wieder in äußerst wichtiger Mission unterwegs, um sämtlichen Alkoholvorrat zu vernichten und noch den letzten Rest unserer Würde.
Es war einmal…an einem Dienstag.
Als Hobbyalkoholiker nehmen wir uns viel Zeit, um unser Konsumritual durchzuführen, auch an einem Dienstag. Da hat schließlich der trashigste Club der Stadt geöffnet, was sonst.
Relativ schnell waren wir betrunken, haben eine endlose Odyssee durch den Münsteraner Bahnhof angetreten und gelästert was das Zeug hält, unsere fiesen Zungen sind nicht zu bändigen.
Am Club angekommen, haben wir uns in eine schäbige und zwielichtige Ecke verzogen, um die Reste zu vernichten.
Dabei ist uns jemand über den Weg gelaufen.
Was aussah wie ein Junge, entpuppte sich plötzlich als Lesbe.
Sie sprach Englisch und hat uns ohne viel Blabla gefragt, ob wir Gras hätten. Lesben kommen immer direkt zur Sache, die reden nicht so lange wie ich um den heißen Brei.
Hatten wir aber nicht, deshalb mussten wir unserer kalifornischen Lesbe Auskunft geben, wo man denn was herbekommen könnte.
“Möglicherweise am Bahnhof, wie in jeder Großstadt”, antworteten wir.
Die Lesbe sah übrigens genauso aus, wie man sich eine jungenhafte, kalifornische, nach Gras fragende Lesbe vorstellt. Sie war Ende 20, ein Zwerg und war in einem Hotel in der Nähe von ihrer Arbeit untergebracht.
Praktischerweise hatte sie Schnaps in ihrer Jackentasche, deshalb haben wir sie einfach zu unserem Trinkgelage eingeladen.
Die Trulla war schnell auf unserem Level, daher schlugen wir vor, zackig in den Club zu hüpfen.
Unser Lieblingsclub, den wir regelmäßig besuchen, hatte aber geschlossen.
Das war extrem schlecht, weil unser erster Zug back home erst 4 Stunden später kam.
Also hat die Malibu-Lesbe vorgeschlagen, auf ihr Zimmer zu gehen und dort weiterzutrinken. Ca$h und ich sahen uns an. Klare Gedanken konnten wir selbstverständlich nicht fassen, danke Dr. Vodka.
Wir gingen mit, wie sollte es anders sein.
Unsere Vermutung war, dass die Malibu-Lesbe Ca$h umdrehen wollte und gehofft hat, dass noch ein Nümmerchen für sie abfällt. Daher haben wir uns nicht aus den Augen verloren.
Im Zimmer angekommen, vernichteten wir eine Flasche Jägermeister und ich hatte diesen Punkt erreicht, an dem sich alles dreht und man total Banane im Kopf wird.
Ich verabschiedete mich kurz, ging meinen Mageninhalt entleeren und kam zurück, bereit für neue alkoholische Herausforderungen.
In der Zwischenzeit hatten die beiden schon beschlossen, dass wir durch die Stadt ziehen und noch eine Bar suchen. Sollte mir recht sein.
Auf der Straße haben wir einen einsamen und verlassenen Einkaufswagen gefunden, den wir natürlich direkt zweckentfremden mussten.
Mit mir als Wageninhalt, schob die Malibu-Lesbe mich wild durch die City, bis ein Student auftauche. Ich habe ihn nicht gefragt, ob er Student ist, aber er sah eindeutig so aus. Kategorie 18. Semester.
Er löste sie ab und rannte mit mir durch die Straßen, bis dem Einkaufswagen das alles zu viel wurde und er aufgab, also umfiel. Ich kullerte über den Bürgersteig, schrammte meine elfengleichen Arme auf und bekam einen Lachanfall. Vielleicht habe ich auch geheult. Vor lachen.
Das war dann doch etwas too much und wir gingen zurück ins Hotel.
Dort hatte die Malibu-Lesbe noch eine Pizza rumliegen, die wird direkt vernichteten. Auf dem Fenstersims. Von außen. Im fünften Stock, der zwar mit einem kleinen Zaun gesichtert war, aber sicherlich nicht dafür gedacht war.
Anschließend quetschten wir uns alle in das Einzelbett und schlummerten sanft und benebelt ein.

Bis ich von dem Zimmertelefon geweckt wurde. Es klingelte. Und klingelte…. ich ging aber nicht dran, weil die Lesbe sich verzupft hatte. Auf einem Zettel stand, dass sie zur Arbeit musste und wir noch bleiben können. Ihre Sachen lagen auch noch überall (ich dachte erst, sie hätte uns auf den Hotelkosten oder so sitzengelassen. Wie ein Schmarotzer. Keine Ahnung, ich war noch betrunken.)
Ich schlief wieder ein, bis es an der Tür klopfte. Lange und sehr penetrant. Dann schrie eine zornige Stimme: “HOTELLEITUNG! AUFMACHEN!”

Das war unheimlich, ich dachte sowas sagt nur die Polizei in deutschen Filmen.
Ratzfatz hatte ich mich angezogen, bis die Tür aufgeschlossen wurde und eine Frau, offenbar die Hotelleitung, ins Zimmer stiefelte.
Ihr Kopf war rot wie ein entzündetes Hühnerauge und sie kreischte uns schrill an, dass das Zimmer nur für eine Person gedacht ist, wir eine Orgie (!?) hier veranstaltet haben, geraucht haben (Nichtraucherzimmer!!) und auf dem Dach Pizza gegessen haben. Stimmt alles, nur das mit der Orgie nicht. Grundgütiger.
Und alles auf Englisch, weil sie dachte, wir seien Malibu-Asoziale.
Wir krallten uns unsere Sachen und liefen raus, wie der Roadrunner. Meep Meep.

Wen treffen wir eine halbe Stunde später am Bahnhof? Die Malibu-Lesbe, die noch mit einer Mörderfahne zur Arbeit erschienen ist und deshalb gefeuert wurde. Autsch. Sie hatte schon ihren Koffer dabei.
Wir fühlten uns mies und verabschiedeten sie schnell und lieblos. Wir waren ihr Nemesis gewesen. DER UNTERGANG TEIL 2.

-Shackles

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