Erlebnisse

Theater auf dem Mädchenklo

Hallo gemeines Volk,

in den letzten Monaten ist viel passiert. Ich wurde bestohlen, verführt und vergiftet. Dass ich noch lebe, verwundert selbst meine ehemalige Kunstlehrerin Frau Knoppers, die meiner verkaterten und zervögelten Wenigkeit letztens über den Weg lief. Besser gesagt wurde ich fast über den Haufen gefahren, aber das sehe ich nicht so eng – wie sie damals mit meinen unfairen Kunstnoten. But that’s the way the Knoppers crumbles.

Nun möchte ich meine verbliebenen fünf Hirnzellen und rauchergelb manikürten Finger anstrengen, um euch von einem Erlebnis zu berichten.

An einem Freitagabend habe ich, irgendwo in einer dunklen Ecke in Köln-Ghetto und aufgebrezelt wie Poland’s Next Top Prostitute, eine Freundin in ihrer Schauspielschule besucht.
Davon wusste ich allerdings erst nichts. Mit einer Adresse, die ich für die ihre gehalten habe, machte ich mich auf den Weg, bis ich vor einem großen, alten Gebäude stand, vor dem sich einige abgehalfterte Gestalten tümmelten. So “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”-mäßig.
Es sollte sich herausstellen, dass das besagte Freundin mit ihren Freunden war.
Irritiert wollte ich wissen, ob sie dort wohnt und ob sie eine Unterkunft oder einen Gutschein für einen Entzug in der Betty Ford Klinik bräuchte. Sie klärte mich rasch auf, dass dies ihre Schauspielschule sei, die sich nachts zum angesagten Treffpunkt für angehende Schauspieler und Taff-Moderatoren verwandle. Sogar mit großer Bar. Was sie vermutlich betonte, weil mein Gesicht langsam wieder zum Bitchface mutierte.
Ein Mädchen warf ein: “Wir können hier sogar schlafen!”
Sofort wurde mir klar: hier werden Drogen genommen.
Die Freundin hat mich bei allen vorgestellt, die draußen auf den Stufen saßen und alle aus ihren eigenen Weinflasche getrunken haben!
Ich kam mir extrem langweilig vor, weil ich nur auf eine stinknormale Uni gehe, nicht Schauspiel mit Nebenfach Chillen und Weinkonsum studiere und auch nicht diese relaxte, fast schon Woodstock-artige Gelassenheit habe. Genau genommen bin ich das Gegenteil, ich tanze betrunken auf Tischen und werde von Türstehern aus Clubs herausgetragen.

Irgendwann musste ich mal für kleine Schnapsnasen. Bis die Freundin, nennen wir sie Mandragora, auch mit ihrer kleinen Blase zu kämpfen hatte und locker-flockig im Singsang erklärte, dass hier einfach alle auf das Frauenklo gehen, weil sich das Männerklo in irgendeinem weitentfernten Stockwerk befindet und niemand Treppen steigen will. Jetzt musste ich also zum ersten Mal überhaupt für kleine Mädchen.

Wir saßen in nebeneinander liegenden Kabinen, ich wollte über Jungs lästern, sie wollte was abseilen, und auf einmal bemerkte ich, dass in meiner Kabine BHs und noch ein paar andere Klamotten lagen. Überrascht wollte ich wissen, wer bitte seine BHs hier liegen lässt und wer so große Boobies hat, dass ich in dem direkt anprobierten BH aussah wie ein Vater, dem in diese Halterung gleich zwei fette Babys gesteckt werden.
Die meisten Mädels, so Mandragora, lassen ihre Klamotten hier liegen, wenn sie hier duschen gehen (“IN DER TOILETTE?!” – “Nein hier gibt’s auch duschen”).
Und der große BH gehörte Mandragora –  wie ich feststellen musste, als sie das Gesicht so säuerlich verzog, als hätte ihr Freund ihr mit seinem Sperma ein blaues Auge verpasst (ist tatsächlich schonmal passiert).
Ich wollte wissen, ob das normal ist – im Männerklo gibt es schließlich auch keinen Schlüpferbasar, auch wenn ich mir das nach einigen Erlebnissen gewünscht hätte – doch dann fiel mir wieder ein, dass in dieser Schule alles mega gechillt angegangen wird. Von der etwas seeehr intimen, gegenseitigen Begrüßung der Studenten, und ich benutze eigentlich nie das Wort “intim”, zu den alten Chillsofas im Gemeinschaftsraum. Dort war auch die Bar.
Dreist wie schwitzige Fußballfans auf einem Schützenfest, torkelten wir mit unseren mitgebrachten 2,99 Euro Ich-verpass-dir-einen-fiesen-Kater-Weinpullen zur Bar und pflanzten uns auf Barhocker, direkt vor den Augen der Bartante.
Erst hatte ich fast schon sowas wie Angst, obwohl ich betrunken furchtlos bin (das bestätigen euch zahlreiche Polizisten), meinen eigenen Wein zu trinken und diese Schule so in den finanziellen Ruin zu treiben und damit auch das Zuhause einiger Studenten zu vernichten. Doch kurze Zeit später zauberte praktisch jeder der drei Barkeeper eine Weinflasche aus den Taschen. Ich hatte vergessen, wie gechillt das hier alles zugeht. Und dass niemand Geld hat. Nach ungelogen 8 Weinflaschen, kam das übliche Programm: einer singt, einer rappt dazu, einer tanzt lasziv dazu (ich), einer macht mit einem anderen rum, obwohl der Freund daneben sitzt usw. Das volle Barprogramm halt. Hätte nur noch gefehlt, dass ich mich mal wieder als britischer Stripper ausgegeben hätte, um die Nummer von einem heißen Barkeeper einzukassieren, dem ich am nächsten Morgen direkt Sayonara sage und direkt die Nummer blockiere.
Um 8 Uhr morgens bin ich dann zurück nach Düsseldorf gefahren, als ich endlich den HBF gefunden hatte, habe mich noch charmant-besoffen mit einem Zugschaffner unterhalten, ein totales Theater veranstaltet (die Schauspielschule hatte eine nachhaltige Wirkung auf mich) und habe die ganze Zugfahrt durchgelacht. Ich will gar nicht wissen, wie betrunken ich war, jedenfalls haben die 8 Stunden Schlaf nicht ausgereicht, bis ich aufgestanden bin, um mich für den Japantag fertigzumachen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Dies war tatsächlich das erste Mal, dass ich über ein positives Erlebnis auf diesem Blog berichte. Beim nächsten Mal kommt wieder ein verbitterter Post mit viel bissigem Witz, versprochen.

Bis dahin,

Shackles, bekennender Weinoholiker und Thekentänzer.

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Unfreiwillige Snobparty mit den Reichen und Eingebildeten

Hallo gemeines Volk,
als Student schiebt man ganz gerne mal sämtliche Verpflichtungen und Verantwortungen beiseite, um mal ordentlich auf den Putz zu hauen und den stressigen Alltag zu vergessen – auch unter der Woche.
Am Mittwoch war ich nach einigen Cocktails mit Crazy Cash in Partylaune und wir sind in den einzigen Club gegangen, der in Bielefeld geöffnet hatte.
Unter dem Motto “Studentsclub” wollten wir unsere Sorgen mit reichlich Tequila runterspülen und die Tatsache ignorieren, dass wir am folgenden Tag wie tot und vollkommen nichtsnutzig vor uns hinvegetieren würden. Aber die Leber lebt nur einmal.
Erst waren wir uns noch unsicher, ob wir wirklich dort feiern gehen wollen- hatten wir doch schon oft gehört, dass sich dort die snobbige Elite Bielefelds versammelt (Nicht ganz so schlimm wie im “Elephant”, aber trotzdem snobbig und anstrengend).
Wir gehören nicht zu den oberen 10000 (besser gesagt die Bielefelder 100) und haben auch keine Freunde mit Jacuzzi oder Ferienhaus an der Côte D’Azur. Nur Freunde mit ausgeprägter Alkoholtoleranz, NRW-Tickets und Spaß am Leben, welches nicht durch das Geld der Eltern entsteht.
Da wir vor dem unscheinbar aussehenden Club niemanden, außer zwei Türstehern, gesehen haben, kippten wir unseren Billigwodka niveauvoll in schnellen, stärkenden Schlücken herunter und betraten die Welt der feierwütigen Studenten – unangeahnt dessen, was wir noch erleben würden.

Ohne jetzt groß den relativ unspektakulären Club oder die Musik zu beschreiben, komme ich direkt zum Punkt: es war alles voller Snobs. Klischeehafte Snobs. Snobs mit diesem snobbigen Gesichtsausdruck, der sich abzeichnet, wenn man Geld hat.
Woran wir das erkannt haben? Nun ja, bei den Mädchen fällt das auf den ersten Blick nicht wirklich auf. Die meisten brezeln sich auf, benutzen viel Make-Up und quetschen sich in enge Fummel. Wenn jedoch fast ausnahmslos alle Typen weiße Hemden mit Sakkos tragen und die Haare schmierig zurückgegelt haben, kann man sich sicher sein, dass man in einem Snobclub gelandet ist (Wenn ihr diese Warnsignale mal bemerken solltet, würde ich an eurer Stelle direkt wieder verschwinden)

Auf der Tanzfläche ging es auch ganz schön zur Sache. Hier ein Clubrezept:
1. Man nehme mehrere Gruppen á fünf Kerle, die alle gleich aussehen, gleich angezogen sind und die gleiche Frisur haben
2. Man füge einige hyper-stylische Mädchencliquen hinzu, die im Kreis um ihre (wahrscheinlich teuren) Handtaschen tanzen
3. Man streut vereinzelte Pärchen (Mann+Frau) dazwischen, die schon halb am ficken sind
– und heraus kommt ein typischer Club voller Wannabes.
Die Männer waren die meiste Zeit nur damit beschäftigt, sich nach Frauen umzuschauen und mit ihren Klonen darüber zu diskutieren, wer wohl die geilste Bitch ist und die Frauen haben sich entweder rar gemacht und wollten durch die Blicke der Kerle ihr Ego pushen oder sie haben bauchfrei mit einem Typen getanzt, um wahrscheinlich auch ihr Ego zu pushen.
Selbst eine Nonne hätte erkannt, dass hier gelangweilte Studenten sind, die nur was für die Nacht suchen. Niveauvoll.

Das ist natürlich normal. So funktioniert das in jedem Club. Daran war nichts snobbig. Und das war tatsächlich das Beste an diesem Club.
Der wahre Schrecken lauerte in einem Barbereich, der durch Glastüren von der Tanzfläche abgeschirmt war und den einzigen Weg zum Raucherbereich darstellte.

Zahlreiche Sitzecken pflasterten den Bereich und wirkten relativ gemütlich und entspannend. Das dachten wir uns nach einer anstrengenden Stunde des Tanzens jedenfalls.
Bis die Snobs uns einen Strich durch die betrunkene Rechnung gemacht haben.

Anmerkung: Das war keineswegs ein VIP-Bereich, wie man ihn in manchen Clubs findet. Es war eine stinknormale Ecke für Normalsterbliche-
Wir saßen also nun in einer Ecke und plötzlich tauchten drei Gestalten auf und bauten sich direkt und unverschämt nah vor uns auf. Zwei Typen in unserem Alter, weiße Hemden, blonde Haare, weiße Hautfarbe und eine überbräunte Trulla in einem viel zu kurzen Kleid.
Die Unterhaltung lief ungefähr so ab:
Typ A: “Was macht ihr hier?” (arroganter Tonfall)
Cash: “Wir sitzen.”
Typ B: “Warum?” (echauffiert)
Cash: “Warum nicht? Das sind Sofas und hier in der Ecke saß niemand.”
Trulla: “Wir sitzen hier”
Cash: “Eben aber nicht, sonst säßen wir nicht hier.”
Trulla: “Könnt ihr weggehen?”
Ich: “Wieso sollten wir? Setzt euch woanders hin”
Trulla: “Nein.”
Ich: “Wo ist denn das Problem?”
Typ A: “Weil wir hier sitzen”
Trulla: “Könnt ihr jetzt bitte weggehen..?” (arroganter Tonfall natürlich)
Ich: “Nennt mir einen vernünftigen Grund und wir gehen.”
Typ A: (hält eine Champagnerflasche hoch) “Wir haben die Ecke gemietet.”

Dann haben wir uns verzupft, als noch andere Snobs dazu kamen, die auch alle extrem arrogant geglotzt haben und sich ja so viel elitärer fühlten als wir. Und das in einem Studentenclub, das ist schon peinlich.
Ich habe sowas wirklich noch nie erlebt, wie kann man wegen einer Champagnerflasche so herablassend und arrogant sein?
Die Bartante hat uns später, als wir unsere Aggressionen mit noch mehr Tequila wegspülen mussten, erklärt, dass man die Sitzecken nicht mieten kann, aber diese Snobs denken, wenn sie Champagner kaufen, sie auch direkt die Erlaubnis haben, alles machen zu können und sich zu benehmen wie sie wollen. Die Bartante fand die Snobs auch bescheuert und affig. Sympathisches Mädchen.

Wäre das ein VIP-Bereich gewesen, in dem wir nichts zu suchen hatten, dann hätte ich das Ganze noch nachvollziehen können.
War’s aber nicht – nur in den Köpfen der selbsternannten High-Society von Bielefeld, die in der Sitzecke gethront haben, als müsste man denen die Füße küssen.

Wir haben dann, im Laufe der Nacht, diesen Gestalten immer wieder belustigte und abschätzige Blicke zugeworfen und hatten auch sonst wirklich viel Spaß auf der Tanzfläche. Die Musik war gut, der Alkohol war gut und der Pegel war perfekt. Es hat sich wirklich gelohnt. So eine Nacht, nach der man ausgepowert und zufrieden ins Bett fällt.
Ob die Snobs, die die ganze Nacht an ihrem Champus genuckelt haben und nur rumsaßen auch so viel Spaß hatten? Eher nicht. Hat man Spaß, wenn man nur damit beschäftigt ist, möglichst snobbig, arrogant und reich auszusehen? Wenn man anderen nur beweisen will, dass man was Besseres ist?

Egal wie viel Geld du hast – den aufrichtigen Spaß, den du mit deinen Freunden hast, während ihr Billigwodka trinkt, albern rumtanzt und euch selbst feiert, kann man nicht kaufen. Da hilft auch kein Champagner oder ein weißes Hemd.

In diesem Sinne
Shackles
Immer auf der Suche nach dem neusten Abfuck

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Im Bett mit der Malibu-Lesbe

Hallo gemeines Volk,
vor Kurzem war ich mit meiner besten Freundin Ca$h, nur mit dem original Dollarzeichen, mal wieder in äußerst wichtiger Mission unterwegs, um sämtlichen Alkoholvorrat zu vernichten und noch den letzten Rest unserer Würde.
Es war einmal…an einem Dienstag.
Als Hobbyalkoholiker nehmen wir uns viel Zeit, um unser Konsumritual durchzuführen, auch an einem Dienstag. Da hat schließlich der trashigste Club der Stadt geöffnet, was sonst.
Relativ schnell waren wir betrunken, haben eine endlose Odyssee durch den Münsteraner Bahnhof angetreten und gelästert was das Zeug hält, unsere fiesen Zungen sind nicht zu bändigen.
Am Club angekommen, haben wir uns in eine schäbige und zwielichtige Ecke verzogen, um die Reste zu vernichten.
Dabei ist uns jemand über den Weg gelaufen.
Was aussah wie ein Junge, entpuppte sich plötzlich als Lesbe.
Sie sprach Englisch und hat uns ohne viel Blabla gefragt, ob wir Gras hätten. Lesben kommen immer direkt zur Sache, die reden nicht so lange wie ich um den heißen Brei.
Hatten wir aber nicht, deshalb mussten wir unserer kalifornischen Lesbe Auskunft geben, wo man denn was herbekommen könnte.
“Möglicherweise am Bahnhof, wie in jeder Großstadt”, antworteten wir.
Die Lesbe sah übrigens genauso aus, wie man sich eine jungenhafte, kalifornische, nach Gras fragende Lesbe vorstellt. Sie war Ende 20, ein Zwerg und war in einem Hotel in der Nähe von ihrer Arbeit untergebracht.
Praktischerweise hatte sie Schnaps in ihrer Jackentasche, deshalb haben wir sie einfach zu unserem Trinkgelage eingeladen.
Die Trulla war schnell auf unserem Level, daher schlugen wir vor, zackig in den Club zu hüpfen.
Unser Lieblingsclub, den wir regelmäßig besuchen, hatte aber geschlossen.
Das war extrem schlecht, weil unser erster Zug back home erst 4 Stunden später kam.
Also hat die Malibu-Lesbe vorgeschlagen, auf ihr Zimmer zu gehen und dort weiterzutrinken. Ca$h und ich sahen uns an. Klare Gedanken konnten wir selbstverständlich nicht fassen, danke Dr. Vodka.
Wir gingen mit, wie sollte es anders sein.
Unsere Vermutung war, dass die Malibu-Lesbe Ca$h umdrehen wollte und gehofft hat, dass noch ein Nümmerchen für sie abfällt. Daher haben wir uns nicht aus den Augen verloren.
Im Zimmer angekommen, vernichteten wir eine Flasche Jägermeister und ich hatte diesen Punkt erreicht, an dem sich alles dreht und man total Banane im Kopf wird.
Ich verabschiedete mich kurz, ging meinen Mageninhalt entleeren und kam zurück, bereit für neue alkoholische Herausforderungen.
In der Zwischenzeit hatten die beiden schon beschlossen, dass wir durch die Stadt ziehen und noch eine Bar suchen. Sollte mir recht sein.
Auf der Straße haben wir einen einsamen und verlassenen Einkaufswagen gefunden, den wir natürlich direkt zweckentfremden mussten.
Mit mir als Wageninhalt, schob die Malibu-Lesbe mich wild durch die City, bis ein Student auftauche. Ich habe ihn nicht gefragt, ob er Student ist, aber er sah eindeutig so aus. Kategorie 18. Semester.
Er löste sie ab und rannte mit mir durch die Straßen, bis dem Einkaufswagen das alles zu viel wurde und er aufgab, also umfiel. Ich kullerte über den Bürgersteig, schrammte meine elfengleichen Arme auf und bekam einen Lachanfall. Vielleicht habe ich auch geheult. Vor lachen.
Das war dann doch etwas too much und wir gingen zurück ins Hotel.
Dort hatte die Malibu-Lesbe noch eine Pizza rumliegen, die wird direkt vernichteten. Auf dem Fenstersims. Von außen. Im fünften Stock, der zwar mit einem kleinen Zaun gesichtert war, aber sicherlich nicht dafür gedacht war.
Anschließend quetschten wir uns alle in das Einzelbett und schlummerten sanft und benebelt ein.

Bis ich von dem Zimmertelefon geweckt wurde. Es klingelte. Und klingelte…. ich ging aber nicht dran, weil die Lesbe sich verzupft hatte. Auf einem Zettel stand, dass sie zur Arbeit musste und wir noch bleiben können. Ihre Sachen lagen auch noch überall (ich dachte erst, sie hätte uns auf den Hotelkosten oder so sitzengelassen. Wie ein Schmarotzer. Keine Ahnung, ich war noch betrunken.)
Ich schlief wieder ein, bis es an der Tür klopfte. Lange und sehr penetrant. Dann schrie eine zornige Stimme: “HOTELLEITUNG! AUFMACHEN!”

Das war unheimlich, ich dachte sowas sagt nur die Polizei in deutschen Filmen.
Ratzfatz hatte ich mich angezogen, bis die Tür aufgeschlossen wurde und eine Frau, offenbar die Hotelleitung, ins Zimmer stiefelte.
Ihr Kopf war rot wie ein entzündetes Hühnerauge und sie kreischte uns schrill an, dass das Zimmer nur für eine Person gedacht ist, wir eine Orgie (!?) hier veranstaltet haben, geraucht haben (Nichtraucherzimmer!!) und auf dem Dach Pizza gegessen haben. Stimmt alles, nur das mit der Orgie nicht. Grundgütiger.
Und alles auf Englisch, weil sie dachte, wir seien Malibu-Asoziale.
Wir krallten uns unsere Sachen und liefen raus, wie der Roadrunner. Meep Meep.

Wen treffen wir eine halbe Stunde später am Bahnhof? Die Malibu-Lesbe, die noch mit einer Mörderfahne zur Arbeit erschienen ist und deshalb gefeuert wurde. Autsch. Sie hatte schon ihren Koffer dabei.
Wir fühlten uns mies und verabschiedeten sie schnell und lieblos. Wir waren ihr Nemesis gewesen. DER UNTERGANG TEIL 2.

-Shackles

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Der Jungfernschreck

Hallo gemeines Volk,

letztens bin ich unfreiwillig auf einer obskuren Party gelandet, die mich zutiefst verstört hat.
Mittlerweile kann mich eigentlich nichts mehr schockieren, ich habe schon alles erlebt: Lesben, die breitbeinig mit ihrem imaginären Hodensack voll gefaktem Testosteron rumlaufen, fremde Typen, die mich ankotzen, vollschlanke Mädchen mit sicherlich fünf Cosmos zu viel im Blut, die die Treppe runterfallen und mich gleich mit in den Abgrund reißen und Leute, die an meinem Kim-Kardashian-Arsch rumgrabbeln.
Achja und dieser Schwule, der es irgendwie geschafft hat, mir seine verschwitzte Achsel auf der Tanzfläche durch meine Visage zu ziehen (ich will nicht dramatisch klingen, aber am nächsten Tag hatte ich Pickel)

Doch wie schon meine Kollegin Glossy Mona damals bei meinem Stripperpraktikum sagte: es geht immer noch ‘ne Nummer angefuckter. (Und Glossy Mona weiß, wovon sie spricht, sie hat mal in einem Flatrate-Strippclub malocht).

Also, back to business. Ich bin abends auf dieser Party aufgekreuzt, die sich nach ein paar Minuten allerdings als “Vorparty” entpuppt hat. Die Party vor der eigentlichen Party.
Ich kannte dort nur eine Person, die mich aus unverständlichen Gründen eingeladen hat. Die restlichen Personen sahen nicht nur wie Mathestudenten aus, es waren tatsächlich Vollblutmathestudenten aus dem Bilderbuch.
Grundsätzlich kann ich ganz gut mit Menschen umgehen- vorallem wenn Alkohol fließt. Das Problem war allerdings, dass jeder höchstens ein mickriges Bier pro Stunde getrunken hat.
Auch kein Problem, nicht jeder kann so eine elende Schnapsnase sein wie ich.
Also bin ich nach einer halben Stunde und 4 Fluppen später fast in meinem Ikea Klappstuhl “Vilmar” eingeschlafen, wäre da nicht diese bebrillte Quatschtüte gewesen, die sich anscheinend irgendwie bei seinen Kameraden (und mir?) profilieren wollte.
Er trug eine knallrote Chino-Hose, ein blaues T-Shirt mit dem Spruch “Keep Calm And Calculate On” und natürlich diese Brille, die viel zu klein für seine Augen war.
Es ist mir ein Rätsel, wie man sich profilieren will, wenn man schon so aussieht. Ich bin keine oberflächliche Bitch, aber wenn man mich nervt, werd ich ätzend. Die Frage, ob er in einer Clownsschule aufgewachsen ist, wollte er mir nicht beantworten.
Hier nun ein paar Beispiele, warum ich diese Person so gefressen hab:

“Ich hasse Menschen, die basic sind ey” (Ich weiß nicht mal genau, wen er damit meint, aber der Ton war mir ‘ne Spur zu arrogant)
“Ich würde dumme Menschen in meiner Uni am liebsten verprügeln ey, aber ich hab zu viel Niveau, um meine Kraft an diesen Spastikern zu verschwenden” (Ganz toll, ein abgemagerter Streber, der sich offenbar für Hulk hält)
“Die Schwulen heutzutage haben kein Niveau mehr, so richtiges Proletariat ey. Wenn man mich schon anmacht, dann bitte nicht so plump” (Achja, der war schwul und ich bin bin mir ziemlich sicher, dass er nie angemacht wird und wenn, dann freut er sich garantiert einen Ast. Oder einen Zahnstocher.)
“Ich hatte mal drei Stunden einen Dreier, dann hab ich einen Joint geraucht und weitergemacht” (An dieser Stelle habe ich ihn einfach ausgelacht)

Jetzt habe ich euch verdeutlicht, warum ich mich in dieser illustren Runde nicht sonderlich wohlgefühlt habe. Diese, aus unerfindlichen Gründen, eingebildete Quatschtüte war die einzige Person, die gelabert hat. DIE.GANZE.ZEIT.NUR.”ICH ICH ICH ICH ICH….”

Irgendwann verabschiedet sich auch mein Geduldsfaden. Wenn ich auf einer Party bin und man sich so verhält, bin ich schon leicht genervt, aber wenn man diese Egoshow abzieht, während ich noch sehnsüchtig auf meinen ersten Drink warte, dann bewegt man sich auf sehr, sehr dünnem Eis.
10 Minuten später habe ich es nicht mehr ausgehalten und allein einen Shot gekippt. Und noch einen. Und dann habe ich tatsächlich zwei andere gefunden, die mit mir trinken.
Und diese Knalltüte mit dieser unnatürlich schrillen Stimme quasselt ununterbrochen weiter.

Die gute Nachricht: ich war endlich betrunken
Die schlechte Nachricht: ich war endlich betrunken genug, um mir diesen Kerl mal vorzuknöpfen und ihm ordentlich die Leviten zu lesen.

(An dieser Stelle möchte ich nochmal kurz erwähnen, dass ich 90% der Leute dort nicht kannte)

Möglicherweise klang meine Stimme etwas zu herablassend und bitchy, vielleicht hab ich auch einfach zu abwertend geguckt, jedenfalls hüllte sich die Partygesellschaft mir nichts, dir nichts, in den Mantel des Schweigens, als ich angefangen habe, dem Typen ein paar ernste Wörtchen mitzuteilen.
Das war ziemlich awkward, weil ich mich auf dem schmalen Grat zwischen “Unsympathisches Arschloch” und “Toughe Autorität” bewegte.
Haha toughe Autorität. Das gefällt mir, kleb ich gleich mal als Schild an meine Wohnung.

Diese hohle Frucht war entweder zu überrascht von meiner verbalen Offensive oder er hatte nicht genug Mumm in den Knochen, denn er hat mich einfach – kein Scherz – comichaft mit weit aufgerissenen Augen angeglotzt. Und mich danach konsequent ignoriert. Und immer den Kopf hochnäsig-divenhaft zurückgeworfen, wenn er an mir vorbeigegangen ist.

Als wir im alle im Taxi zur Party saßen, in Münster hat man nämlich keine eigenen Autos, sagte die Trümmertunte zu Person A.:
“Ey was ist das denn für ein Jungfernschreck, was fällt dem ein und für wen hält der sich. Boah ey ich hasse den voll, mit dem red’ ich kein Wort mehr. Ey ich wär fast nicht mitgekommen!”
(Oh nein ey! Voll schlimm ey!)

Jungfernschreck. Ich liebe dieses Wort. Endlich mal ein Ausdruck, der mir gerecht wird! Mal sehen, vielleicht hänge ich auch ein Schild an meine Tür mit der Aufschrift: “Hier haust der Jungfernschreck – eine toughe Autorität.”

Für wen ich mich halte? Für jemanden, der über diesen Abend auf seinem Blog berichtet. Schluck zur Abwechslung mal das.
Ey.

– Shackles

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Schwesternschaft des wandernden Joints

Hallo gemeines Volk,

wie wahrscheinlich niemand von euch weiß, ist meine Gefolgschaft sind meine Freunde nicht nur schluckfreudige Konsumenten alkoholischer Getränke, sondern gehören auch der “Schwesternschaft des wandernden Joints” an-
auf englisch: “Sisterhood of the traveling Pot” oder auf holländisch: “Antje met de Käse Silver Hjaaze in de Holzschjuh

Dieser Sekten-anmutende Name lässt auf ein wöchentliches Ritual schließen, bei dem man -wer hätte es gedacht- das grüne Zepter weiterreicht.
Da wir weder Schwestern, noch allesamt Mädchen, aber ganz schön gestört sind, ist dieser bedeutungsschwangere Ausdruck möglicherweise etwas irreführend.
“Schwesternschaft” klingt nach Pseudo-Teenies aus US-Highschoolfilmen, die entweder einen Keuschheitspakt schließen oder sich wichtigtuerisch verschwören, um Tohuwabohu zu stiften.
Also passend. Jedenfalls der zweite Teil.

Über unser Alter darf jetzt gerne gerätselt werden, doch so viel sei verraten: wir sind immer noch so peinlich, dass wir uns “Schwesternschaft des wandernden Joints” nennen.

Unsere Knalltüte und “Schwester” Citronella beißt gern ins auf’s Gras und daher wird unsere Schwesternschaft donnerstags zusammenberufen, um unter einem Vorwand (“Lasst uns ‘TV’ schauen!“) die Kräuterkeule zu schwingen.
Wieso wir das noch so geheimnisvoll zelebrieren, ist selbst mir schleierhaft. Vielleicht zeichnet das ja eine Schwesternschaft – mit Jungen- aus.

Bruderschaft wurde einstimmig abgelehnt, weil das nach Illuminati klingt.
Einfach nein. #simplyno

Nachdem dann Günther Gras besucht wurde, fühlen wir uns deep, erleuchtet und schräg swaggy.
Die eine Schwester erkennt, dass es ihr Spaß macht, sich selbst zu mobben (“Hähähä ich bin so fett, wenn ich auf diesem Boden stehe, müsste er zu Treibsand werden”)-
die andere Schwester sieht in den Nachthimmel und sucht alle Sternbilder zusammen- (den kleinen Wagen hat sie angeblich bereits entdeckt)
und ich versuche die anderen zu überreden, statt “cool” lieber “Kohl” zu sagen. Weil’s einfach kohl ist (Nä ich bin nicht vegan, ich steh fett auf Fleisch)

Die Schwester mit den masochistischen Zügen, welche sich nach ein paar tiefen Zügen abzeichnen, wird grundsätzlich müde. Man kann danach den Wecker stellen und falls unsere Schwesternschaft mal versammelt ist und etwas Wichtiges ansteht, bekommt sie
kein Gras.
Außer wir haben Schokolade- und wir haben immer Schokolade/Kekse/Schokoriegel/Chips/Salatköpfe/Kohl/Yum-Yum-Suppe- dann bleibt sie wach, um sich zusammen mit uns an üppig Speis und Trank zu ergötzen.
Bis uns dann, vollgestopft und high, das Sandmännchen besucht.

Ich kam auf die Idee, mich auf 400 Euro-Basis als Sandmännchen zu bewerben. Falls jemand meine Dienste in Anspruch nehmen will- ich bin nur einen Augenpopel von euch entfernt.

In diesem #Swag, gründet eure eigene Schwesternschaft (aber keine Schwesternschaft der wandernden Schlüpfer, das ist eklig)

– Schlüpfer äh- Shackles,
immer auf der Suche nach dem neusten Abfuck.

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#2 Gefangen auf einer albtraumhaften Schlagerparty

Hallo gemeines Volk,

der Titel ist bereits sehr aussagekräftig, deshalb solltet ihr diesen passenden Song als Untermalung für das folgende, überaus dramatische Geschehen abspielen:

MICHELLE – WER LIEBE LEBT

Wir wollten feiern gehen, Party machen, uns aufbretzeln und uns über Try-Hards und Wannabes in einem trashigen Club lustig machen. Also das Übliche.
Wir hatten nichts Böses im Sinn, wollten uns aufrichtig betrinken und feiern.

Doch das Karma dachte sich:

Völlig im Unklaren, womit wir das verdient hatten, wanderten wir durch die Stadt und fanden einen Club in einer ganz coolen Location. Die Musik klang akzeptabel (war anscheinend das einzige Nicht-Schlager-Lied, um uns reinzulocken) und der Andrang war groß.

Deshalb dachte wir: Nichts wie rein in den Schuppen, Schwester.

Wir hätten schon misstrauisch werden sollen, als wir schon wieder nur +40-jähriges Unkraut dort tanzen sahen.
Ich schiebe es mal auf den Alkohol, der uns hoffentlich etwas Banane im Kopf gemacht hat (wir waren allerdings nur angetrunken – wäre das vorher klar gewesen, dann hätten wir so viel Tequila gekippt, dass wir selbst torkelnde Schlagerstars geworden wären)
Die Tanzfläche war voller als der Ausverkauf bei Jack Wolfskin oder die Potenzmittelabteilung in der Apotheke, es roch nach Verwesung und Thrombosestrümpfen und die biologischen Uhren der Mittvierziger tickten lauter als die Schlagermusikvergewaltigung.

Also machten wir einen zackigen Abgang zum Eingang, um unser Eintrittsgeld zurückzuverlangen und in einen normalen Club abzurauschen.

Doch der schwule Typ an der Kasse wedelte mit seiner Hand und rückte kein Cash raus. Also mussten wir ohne Geld gehen oder bleiben.
Blöderweise und wie sollte es auch anders sein, war das unser letztes Geld und es fuhr kein Zug mehr zurück, also blieben wir da.

Es war nicht nur eine Schlagerparty! Es war eine homosexuelle Schlagerparty!
(Wir sind keineswegs homophob, aber diese neue Information war einfach das pinke Sahnehäubchen)

Wir nahmen die Tanzfläche nochmal genauer unter die Lupe und entdeckten erst dann die zahlreichen gleichgeschlechtlichen Paare, die zu “Ein Stern” das Tanzbein schwingten.

Schulternzuckend gesellten wir uns dazu, hofften auf bessere Musik und zogen unser Ding durch (nicht wörtlich nehmen). Erst war es seltsam wegen der gruseligen Musik, dann tanzten wir wie unser Schnabel gewachsen ist. Sexy, Bitch.

Plötzlich fingen die kleinen, korpulenten Frauen an, uns zu schubsen. Anscheinend war der Club  durch eine imaginäre Grenze zwischen Schwulen und Lesben geteilt und wir waren bei den Lesben.
Erst haben wir sie ignoriert, da sie offenbar alle einen Paarungstanz vollzogen und dabei wild umher und aneinander rumspringen mussten, aber als die Frauen unverschämt wurden, haben wir sie verbal angezickt. Bitchfight. Und ein kleines bisschen gepöbelt, aber wir haben eigentlich nichts gegen Lesben. Nur gegen fiese Kampflesben, die meinen, einen Ringkampf abziehen zu müssen.

Also sind wir in den Schwulenbereich rübergeflutscht und haben da getanzt. Dort war es harmlos, alle haben normal und friedlich getanzt, die Musik wurde jedoch immer schlimmer, schriller und kitschiger.

Nach der fünften Zigarettenpause beschlossen wir, den DJ zu fragen, ob er nicht “was Englisches spielen könne”
Wollte er nicht, weil Schlagerparty.

Dann haben wir gebrainstormed, was wir denn so für gute, deutsche Songs kennen, die so catchy sind, dass die auf so einer Party gespielt werden könnten.
Der DJ war tatsächlich mit einem Song einverstanden und wir tanzten weiter zu dieser schrecklichen Karnevalsmukke.

Wir wurden komisch angeglotzt, da wir offensichtlich nicht ganz dem Durchschnittsalter entsprachen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass mir an den Arsch gegrabscht wurde, aber ich denke da nicht weiter darüber nach.

Irgendwann vermischte sich die kunterbunte Gesellschaft und wir hatten wieder die fiesen, schlecht blondierten Kampflesben am Hals, die alle irgendwie verbraucht, verbittert und verzweifelt aussahen.
Egal, wir tanzten und verdrehten die Augen, tanzten und verdrehten die Augen…. bis dann “unser Song” kam, nach dem wir auch zügig aus dem Club der Paarungshöhle der Volksmusik verschwunden sind und bei McDonalds ein Frustfressen veranstaltet haben, bis unser Zug kam.
Die Cheeseburger waren das Beste an dieser Nacht!

In diesem Swag, informiert euch besser direkt beim Türsteher, welche Musik läuft- ihr könntet es bitter bereuen.

Ginger und Shackles, immer auf der Suche nach dem neusten Abfuck

PS: Sollten wir noch einmal “WER LIEBE LEBT” von Michelle hören, dann kotzen wir im Dreieck.

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#1 Horrortrip in Enschede

Hallo gemeines Volk,

Gegen 19 Uhr beschlossen wir kurzfristig, mit unseren Tickets über die Grenze zu fahren und etwas Spaß in der Stadt der Käseköpfe und Coffeeshops zu haben.
Der letzte Zug wäre irgendwann um 21 Uhr zurückgefahren, also stellten wir einen nicht sehr ausgeklügelten Plan auf:
Erst durch Coffeeshops ziehen und dann einen Club suchen, in dem wir die Nacht durchmachen und Spaß haben können.

Clever wie wir nun mal sind, haben wir uns weder informiert, wie lange Coffeeshops geöffnet haben (unser Zug käme um 23:30h an), noch wo wir Clubs finden können.
Egal, kann ja nicht so schwer sein.

Im Gepäck hatten wir reichlich gute Laune, eine Flasche Pussysekt, eine Partypackung Schnaps in Shots, einen Einwegrasierer und nichts zu essen (fatal).

Der Zug war überraschenderweise überfüllt, wer hätte damit gerechnet.
Natürlich kippte dann noch die Sektflasche um, der Gang wurde rutschig und machte es so für unsere Mitfahrer fast unmöglich, sich nicht langzulegen und sich sämtliche Gräten zu brechen.

Viel schlimmer war allerdings, dass die Sektflasche nun leer war und die Fahrgäste anfingen, über uns zu lästern und uns schief anzugucken, als hätten wir Böses im Sinn (hatten wir erst, nachdem eine alte Spinatwachtel uns ausgelacht hat. Bitch)

Der Schnaps half auch nicht, uns aufzuheitern, weshalb wir nüchtern in Enschede ankamen und uns auf die Suche nach den Coffeeshops begaben.

Die bessere Hälfte von uns beiden war noch nie in dieser Stadt, krallte sich aber das Zepter der Führung und meinte zu erahnen, wo welche sind.

Wir liefen eine halbe Stunde durch die Pampa, um erst in einen Busch zu pinkeln und dann Passanten um Rat zu fragen.
Offenbar sind wir an etlichen Shops vorbeigelaufen.

Alles schön und gut, als wir dann zurückliefen, mussten wir feststellen, dass die Coffeshops schon dicht hatten (es war nach 0 Uhr)

Holla. Doch wir ließen uns nicht entmutigen, wir könnten schließlich auch KOMPLETT nüchtern Spaß haben.
Konnten wir nicht, deshalb chillten wir uns in eine Kneipe. Dort wurden wir aber nicht bedient, wahrscheinlich weil wir keine Holzschuhe trugen und nicht nach Käse gerochen haben.

Also haben wir uns wieder vom Acker gemacht.
Auf geht’s tanzen.

Der erste Club (“Club”), den wir entdeckt haben, war eine kleine Zelle vollgestopft mit 40-jährigem Unkraut, das zu Ballermannhits tanzte und den Anschein erweckte, Leute in unserem Alter sollten dort besser nicht aufkreuzen.

Eine Stunde und mindestens 6 gelaufene Kilometer später, machten wir eine äußerst tragische Feststellung:
In Enschede geht man besser nicht feiern, denn dort gibt es keine Clubs.

Wir haben die komplette Innenstadt abgeklappert und sämtliche, außenliegende Gebiete. Während in der Innenstadt noch Leute unterwegs in den 5 Kneipen waren (es war Freitagabend), war die restliche Stadt wie ausgestorben. Trostlos, langweilig und so langsam wurde es kalt.

Die Uhr zeigte kurz nach 2 an, unsere Füße taten bereits weh und wir waren definitiv nicht passend für eine ganze Nacht an der kühlen Luft angezogen.
Des Weiteren bekamen wir Hunger, wurden langsam müde, eine kleine Flasche Leitungswasser am Bahnhof kostete 2 Euro und wir wussten nicht, was wir noch bis zu unserer Abfahrt mit dem ersten Zug um 7:20 Uhr machen sollten.

Neuer Plan: wir suchen uns eine Wiese und legen uns hin (es war Sommer) – ist entspannter, als die ganze Zeit rumzulaufen oder am Bahnhof zu sitzen, der übrigens die ganze Nacht abgeschlossen war.

In Enschede gibt es aber keine Wiesen.

Wir liefen durch zahlreiche Wohnviertel, durch ein Industriegebiet, scharwenzelten Hauptstraßen entlang, die einfach kein Ende nehmen wollten.

Irgendwann fanden wir einen Park.

Die bessere Hälfte von uns war sich unsicher, da der Park umgeben von Einfamilienhäusern und befahrenen Straßen war, die schlechtere Hälfte war einfach nur müde und wollte schlafen.

Nach einer halben Stunde auf der Wiese, in der schattigsten und verstecktesten Ecke, wurde es verdammt nochmal arschkalt.
Außerdem wurden wir paranoid, weil ständig Leute durch den Park liefen.
Das war auf jeden Fall ein Tiefpunkt, wie ein Penner im Park zu liegen. Mach’s gut,  Würde.

Ich habe auf einer neuen Jacke gelegen, die ich danach wieder zurückgeschickt hab. Gefiel mir nicht mehr.

Die restliche Story lässt sich kurz zusammenfassen: wir sind noch 3 Stunden durch’s Nirwana gelaufen, saßen dann eine Stunde am Bahnhof und sind wieder zurück nach Münster gefahren.

Der Trip nach Enschede war anstrengend, langweilig, kalt, hat uns sauer und missmutig gemacht.
Es war ein einziger Reinfall.

“ICH FAHRE NIE NIE NIE WIEDER IN DIESE SCHEIßSTADT!”

Einen Monat später waren wir aber tagsüber in Enschede und es war ganz korall.

In diesem Swag,  informiert euch vorher grunsätzlich, wenn ihr über Nacht wegfahrt. 7 Stunden Wartezeit ist der reinste Horror.

Shackles und Ginger, immer auf der Suche nach dem neusten Abfuck

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