Trendlexikon

Hässlich und unfickbar? 8 Datingtipps für Tageslichtuntaugliche

  1. Vergiss Maybelline und Sephora, bei dir hilft nur noch das Zeug, das Bestatter zum Leichenschminken benutzen. Wasserfest und langanhaltend. Geheimtipp: gleich noch einen Termin zum Probeschminken beim Bestattungsinstitut in deiner Nähe vereinbaren!
  2. Freunde suchen, die hässlicher sind als du. Sie müssen keine Komplettkatastrophen sein (peinlich!), sollten aber in einigen Körperregionen gegen dich abstinken. Merke dir einfach die Abkürzung FAT (Fresse, Arsch, Titten).
  3. Frisch von den Laufstegen in Mailand, Paris und Gelsenkirchen kommt der Look, der auch dir einen Gefallen tun wird. Verwuschelte Haare, den Schlüpfer auf halb Acht, DIY Knutschflecke und fertig ist der zervögelte Walk of Shame Look. Wenn alle denken, du wurdest gefickt, dann wirkst du auch nicht mehr unfickbar. Fake it till you make it. Gemeintipp: Wer noch dicker auftragen will, darf sich auch gerne ein zerfleddertes Kondom in das Haargestrüpp stecken. Classy as fuck.
  4. Die “Ich bin der hässliche Zwilling” Ausrede. Schnuckeligen Typen in der Schlange bei Kentucky Fried Chicken erspäht? Und du siehst schon wieder aus wie ein misslungenes Picassogemälde in Juicy Jogginghose und Damenbart? Dann trau dich, sag hallo und steck ihm deine Nummer zu mit den Worten: “meine süße Zwillingsschwester will dich kennenlernen, hier ist IHRE Nummer” und zeigst ihm ein durchgefiltertes Instagramfoto von dir, das dir kein bisschen ähnlich sieht. Falls ein Date zustande kommt, musst du dich nur etwas anstrengen und dein Äußeres auf das Filterlevel bringen (siehe Tipp Nr. 1 und 6) Tricky!
  5. Du bist tageslichtuntauglich? Dann eliminiere das Tageslicht! Stell deinen Schlafrhythmus um und verlege deine kompletten Aktivitäten in die Nacht. Wer braucht schon Vitamin D, wenn du Vitamin Dick haben kannst. Verwandle dich in einen Vampir (auf Knobi verzichtest du hoffentlich sowieso schon). Egal, wo du steckst, bei dem ersten Sonnenstrahl machst du dich auf traditionelle Weise aus dem Staub. Poof und weg. Denn wie bei Cinderella, verfliegt auch bei dir der Zauber. Nur dass du der Kürbis bist. Toptipp: Selbstbräuner benutzen. Und wer sich für besonders witzig hält- Humor liegt bei den Datingsanforderungen auf Platz 1- darf sich auch gerne künstliche Vampireckzähne einsetzen. Verrucht!
  6. Schönheitschirurgen im Ostblock aufsuchen. Etwas kostengünstiges Geschnibbel hier und da und du siehst aus wie Melania. Geheimtipp: Strohhalm mitnehmen, falls das Gesicht danach unbeweglich bleibt.
  7. Wer sagt denn, dass man sich nur optisch operieren lassen kann? Schneller und einfacher ist die klassische IQ-Verkleinerung. Als hohle Nuss bemerkt man nicht mal, dass man wie eine Kackbratze aus der ranzigsten Ecke vom Ballermann aussieht. Und wer sich selbst liebt, der wird auch von anderen geliebt. Toptipp: Da ein wenig oder vielleicht auch etwas mehr Hirnmasse entnommen wird, freut sich auch die Waage! Genial! Der IQ und das Gewicht sinkt, die Libido steigt. Rawr.
  8. Und wenn alle Stricke reißen: Kopf rasieren und zwei Katzen namens Muffin und Cupcake kaufen. Aber hässliche, du kannst nicht von jeder Pussy unterbuttert werden. Und auf die neue Staffel von Orange is the new black warten
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Stolz, unabhängig und kontrollsüchtig

Hallo gemeines Volk,

kennt ihr das auch: ihr verlasst eure unverschämt überteuerte Wohnung in dem kriminellsten Viertel der Stadt, seid schon mit einem Raucherbein in einem öffentlichen Verkehrsmittel eurer Wahl und auf einmal bekommt ihr folgenden Gedanken, der sich wie ein längst überfälliger Schlaganfall anfühlt?

“Habe ich den Herd angelassen? Nein. Niemals, ich weiß doch, dass ich-oder? Hab ich?”

Dann wird euch kurz schlecht, was entweder an den vielen Tequilashots gestern Nacht, an einer plötzlichen Schwangerschaft von dem One-Night-Stand aus der ranzigen Kneipe an Christi Himmelfahrt oder eben an diesem Gedanken liegen könnte.
Gehen wir mal optimistisch davon aus, dass ihr nicht verkatert und schwanger seid. Was macht ihr nun?
Ihr steht immer noch halb in Bus/Bahn und droht, von der sich bald schließenden Tür in zwei nicht ganz symmetrische Teile gespalten zu werden. Hüpft ihr flott rein, um den Termin für die Augenbrauenauffüllung nicht zu verpassen, die ihr laut euren Instagramvorbildern bitter nötig hättet, oder rennt ihr panisch mit magisch gesteigertem Lungenvolumen und einer verblüffenden Ausdauer zurück nach Hause- nur um festzustellen, dass der Herd kälter ist als Herz meiner ehemaligen Biologielehrerin?

Diese Angst habe ich auch oft. Aber das wollte ich mir nur von der Seele reden, kommen wir zum eigentlichen Thema.

Als ich neulich mit einem lauwarmen Glas Wein in der Badewanne lag und mich geärgert habe, dass mein Shampoo leer ist, kam mir ein ähnlich gruseliger Gedanke.

“Bin ich einsam?”

Auch wenn mein komplettes Benehmen dagegen spricht, bin ich grundsätzlich ein sehr stolzes Wesen. (Dass ich “heimlich kotzen und weitertrinken” zu einer meiner Stärken zähle, lassen wir jetzt besser unkommentiert) .
“Quatsch mit Käsesoße und Nachos”, habe ich mir selbst gesagt, als ich meinen Bauchnabel von dubiosen Fusseln befreit habe. “Ich bin gerne single.”
Bin ich auch. Ich mochte das Singledasein schon immer. Man ist nicht gezwungen, jedem halbwegs normalen Menschen ohne Eddingaugenbrauen auf Tinder zu antworten. Man muss nicht auf einer “Ampelparty” Ausschau nach potenziellen Opfern, uhm, Partnern halten. Und man muss nicht verzweifelt versuchen, auf sozialen Netzwerken Kontakte zu knüpfen und nebenbei noch ganz unverfänglich und leicht flirty erwähnen, dass man “bereit für was Neues” aka single as fuck ist.

Wir brauchen alle einen kleinen Egopush. Der Mensch muss sich hin und wieder den anderen überlegen fühlen. Das ist gut für’s Selbstwertgefühl.
Die einen wollen beweisen, dass sie viel toleranter und gutherziger sind als die anderen, die anderen müssen die neusten Trendfummel frisch von Instagram tragen oder irgendwelche, sicherlich nicht giftigen, “Proteinshakes” vorm Pumpen trinken.
Und ich?
Mir hat es immer einen kleinen Kick gegeben, wenn ich mich unabhängiger als so einige Klammeraffen, die nur koexistieren können, fühle. Ich sehe wie meine Mitmenschen zur Hydra verschmelzen und wie ich als -leider nicht im Ansatz so muskulösen- Herkules mit meinem Schwert der Selbstständigkeit durch die Gegend stolziere.
Diese Wesen, ich nenne sie mal “Pärchen”, zischen mir dann Worte zu wie “Du bisssst sssssingle?? WIR kennen da jemanden, der wäre perfekt für dich! Lasssss unssss ein Date für dich aussssmachen. Ein nettessss Kennenlernen”- damit ich einer von ihnen werde. Ne verkackte Hydra mit Doppelbett und Gästezimmer.
Ein paar lebensmüde Pärchen haben schon seltsam oft versucht, mich in einem Dreier einzuspannen. Ich sollte der dritte Kopf der Hydra werden.
Doch wenn es eines gibt, auf das ich noch weniger Lust habe, als auf sämtliche Gerichte, die Avocados beinhalten, dann ist es Haarausfall. Und natürlich Dreier.
Aber jedem das Seine. Die einen Hydren mögen Dreier, die anderen lassen sich gefesselt in einem Schrank einsperren und zu jeder vollen Stunde mit einer vibrierenden Gänsefeder penetrieren. Und hören dabei Hyäne Fischer.
“Und wie hast du dann Ssssssexssss??”, fragte mich mal eine besonders mitleidige und nicht sonderliche helle Hydra.
“Mit meinem Penisssss”, war meine Antwort. “Meistens mit mir selbst, aber ab und zu auch mit einem anderen Menschen.”
“Mit wem?”, fragte die Hydra interessiert. “Wer isssst esss? Wie lang kennt ihr schon sssschon? Kennen wir ihn? Läuft da was Ernsssssteresss? Erzzzzähl unssss allessssss!”

 

In diesem Ssssinne,

single sein ist keine Schande. Nichts überstürzen, nur weil ihr in den Gedanken verliebt seid, eine Beziehung zu haben.

-Shackles.

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Erlebnisse

Theater auf dem Mädchenklo

Hallo gemeines Volk,

in den letzten Monaten ist viel passiert. Ich wurde bestohlen, verführt und vergiftet. Dass ich noch lebe, verwundert selbst meine ehemalige Kunstlehrerin Frau Knoppers, die meiner verkaterten und zervögelten Wenigkeit letztens über den Weg lief. Besser gesagt wurde ich fast über den Haufen gefahren, aber das sehe ich nicht so eng – wie sie damals mit meinen unfairen Kunstnoten. But that’s the way the Knoppers crumbles.

Nun möchte ich meine verbliebenen fünf Hirnzellen und rauchergelb manikürten Finger anstrengen, um euch von einem Erlebnis zu berichten.

An einem Freitagabend habe ich, irgendwo in einer dunklen Ecke in Köln-Ghetto und aufgebrezelt wie Poland’s Next Top Prostitute, eine Freundin in ihrer Schauspielschule besucht.
Davon wusste ich allerdings erst nichts. Mit einer Adresse, die ich für die ihre gehalten habe, machte ich mich auf den Weg, bis ich vor einem großen, alten Gebäude stand, vor dem sich einige abgehalfterte Gestalten tümmelten. So “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”-mäßig.
Es sollte sich herausstellen, dass das besagte Freundin mit ihren Freunden war.
Irritiert wollte ich wissen, ob sie dort wohnt und ob sie eine Unterkunft oder einen Gutschein für einen Entzug in der Betty Ford Klinik bräuchte. Sie klärte mich rasch auf, dass dies ihre Schauspielschule sei, die sich nachts zum angesagten Treffpunkt für angehende Schauspieler und Taff-Moderatoren verwandle. Sogar mit großer Bar. Was sie vermutlich betonte, weil mein Gesicht langsam wieder zum Bitchface mutierte.
Ein Mädchen warf ein: “Wir können hier sogar schlafen!”
Sofort wurde mir klar: hier werden Drogen genommen.
Die Freundin hat mich bei allen vorgestellt, die draußen auf den Stufen saßen und alle aus ihren eigenen Weinflasche getrunken haben!
Ich kam mir extrem langweilig vor, weil ich nur auf eine stinknormale Uni gehe, nicht Schauspiel mit Nebenfach Chillen und Weinkonsum studiere und auch nicht diese relaxte, fast schon Woodstock-artige Gelassenheit habe. Genau genommen bin ich das Gegenteil, ich tanze betrunken auf Tischen und werde von Türstehern aus Clubs herausgetragen.

Irgendwann musste ich mal für kleine Schnapsnasen. Bis die Freundin, nennen wir sie Mandragora, auch mit ihrer kleinen Blase zu kämpfen hatte und locker-flockig im Singsang erklärte, dass hier einfach alle auf das Frauenklo gehen, weil sich das Männerklo in irgendeinem weitentfernten Stockwerk befindet und niemand Treppen steigen will. Jetzt musste ich also zum ersten Mal überhaupt für kleine Mädchen.

Wir saßen in nebeneinander liegenden Kabinen, ich wollte über Jungs lästern, sie wollte was abseilen, und auf einmal bemerkte ich, dass in meiner Kabine BHs und noch ein paar andere Klamotten lagen. Überrascht wollte ich wissen, wer bitte seine BHs hier liegen lässt und wer so große Boobies hat, dass ich in dem direkt anprobierten BH aussah wie ein Vater, dem in diese Halterung gleich zwei fette Babys gesteckt werden.
Die meisten Mädels, so Mandragora, lassen ihre Klamotten hier liegen, wenn sie hier duschen gehen (“IN DER TOILETTE?!” – “Nein hier gibt’s auch duschen”).
Und der große BH gehörte Mandragora –  wie ich feststellen musste, als sie das Gesicht so säuerlich verzog, als hätte ihr Freund ihr mit seinem Sperma ein blaues Auge verpasst (ist tatsächlich schonmal passiert).
Ich wollte wissen, ob das normal ist – im Männerklo gibt es schließlich auch keinen Schlüpferbasar, auch wenn ich mir das nach einigen Erlebnissen gewünscht hätte – doch dann fiel mir wieder ein, dass in dieser Schule alles mega gechillt angegangen wird. Von der etwas seeehr intimen, gegenseitigen Begrüßung der Studenten, und ich benutze eigentlich nie das Wort “intim”, zu den alten Chillsofas im Gemeinschaftsraum. Dort war auch die Bar.
Dreist wie schwitzige Fußballfans auf einem Schützenfest, torkelten wir mit unseren mitgebrachten 2,99 Euro Ich-verpass-dir-einen-fiesen-Kater-Weinpullen zur Bar und pflanzten uns auf Barhocker, direkt vor den Augen der Bartante.
Erst hatte ich fast schon sowas wie Angst, obwohl ich betrunken furchtlos bin (das bestätigen euch zahlreiche Polizisten), meinen eigenen Wein zu trinken und diese Schule so in den finanziellen Ruin zu treiben und damit auch das Zuhause einiger Studenten zu vernichten. Doch kurze Zeit später zauberte praktisch jeder der drei Barkeeper eine Weinflasche aus den Taschen. Ich hatte vergessen, wie gechillt das hier alles zugeht. Und dass niemand Geld hat. Nach ungelogen 8 Weinflaschen, kam das übliche Programm: einer singt, einer rappt dazu, einer tanzt lasziv dazu (ich), einer macht mit einem anderen rum, obwohl der Freund daneben sitzt usw. Das volle Barprogramm halt. Hätte nur noch gefehlt, dass ich mich mal wieder als britischer Stripper ausgegeben hätte, um die Nummer von einem heißen Barkeeper einzukassieren, dem ich am nächsten Morgen direkt Sayonara sage und direkt die Nummer blockiere.
Um 8 Uhr morgens bin ich dann zurück nach Düsseldorf gefahren, als ich endlich den HBF gefunden hatte, habe mich noch charmant-besoffen mit einem Zugschaffner unterhalten, ein totales Theater veranstaltet (die Schauspielschule hatte eine nachhaltige Wirkung auf mich) und habe die ganze Zugfahrt durchgelacht. Ich will gar nicht wissen, wie betrunken ich war, jedenfalls haben die 8 Stunden Schlaf nicht ausgereicht, bis ich aufgestanden bin, um mich für den Japantag fertigzumachen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Dies war tatsächlich das erste Mal, dass ich über ein positives Erlebnis auf diesem Blog berichte. Beim nächsten Mal kommt wieder ein verbitterter Post mit viel bissigem Witz, versprochen.

Bis dahin,

Shackles, bekennender Weinoholiker und Thekentänzer.

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