Erlebnisse

Theater auf dem Mädchenklo

Hallo gemeines Volk,

in den letzten Monaten ist viel passiert. Ich wurde bestohlen, verführt und vergiftet. Dass ich noch lebe, verwundert selbst meine ehemalige Kunstlehrerin Frau Knoppers, die meiner verkaterten und zervögelten Wenigkeit letztens über den Weg lief. Besser gesagt wurde ich fast über den Haufen gefahren, aber das sehe ich nicht so eng – wie sie damals mit meinen unfairen Kunstnoten. But that’s the way the Knoppers crumbles.

Nun möchte ich meine verbliebenen fünf Hirnzellen und rauchergelb manikürten Finger anstrengen, um euch von einem Erlebnis zu berichten.

An einem Freitagabend habe ich, irgendwo in einer dunklen Ecke in Köln-Ghetto und aufgebrezelt wie Poland’s Next Top Prostitute, eine Freundin in ihrer Schauspielschule besucht.
Davon wusste ich allerdings erst nichts. Mit einer Adresse, die ich für die ihre gehalten habe, machte ich mich auf den Weg, bis ich vor einem großen, alten Gebäude stand, vor dem sich einige abgehalfterte Gestalten tümmelten. So “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”-mäßig.
Es sollte sich herausstellen, dass das besagte Freundin mit ihren Freunden war.
Irritiert wollte ich wissen, ob sie dort wohnt und ob sie eine Unterkunft oder einen Gutschein für einen Entzug in der Betty Ford Klinik bräuchte. Sie klärte mich rasch auf, dass dies ihre Schauspielschule sei, die sich nachts zum angesagten Treffpunkt für angehende Schauspieler und Taff-Moderatoren verwandle. Sogar mit großer Bar. Was sie vermutlich betonte, weil mein Gesicht langsam wieder zum Bitchface mutierte.
Ein Mädchen warf ein: “Wir können hier sogar schlafen!”
Sofort wurde mir klar: hier werden Drogen genommen.
Die Freundin hat mich bei allen vorgestellt, die draußen auf den Stufen saßen und alle aus ihren eigenen Weinflasche getrunken haben!
Ich kam mir extrem langweilig vor, weil ich nur auf eine stinknormale Uni gehe, nicht Schauspiel mit Nebenfach Chillen und Weinkonsum studiere und auch nicht diese relaxte, fast schon Woodstock-artige Gelassenheit habe. Genau genommen bin ich das Gegenteil, ich tanze betrunken auf Tischen und werde von Türstehern aus Clubs herausgetragen.

Irgendwann musste ich mal für kleine Schnapsnasen. Bis die Freundin, nennen wir sie Mandragora, auch mit ihrer kleinen Blase zu kämpfen hatte und locker-flockig im Singsang erklärte, dass hier einfach alle auf das Frauenklo gehen, weil sich das Männerklo in irgendeinem weitentfernten Stockwerk befindet und niemand Treppen steigen will. Jetzt musste ich also zum ersten Mal überhaupt für kleine Mädchen.

Wir saßen in nebeneinander liegenden Kabinen, ich wollte über Jungs lästern, sie wollte was abseilen, und auf einmal bemerkte ich, dass in meiner Kabine BHs und noch ein paar andere Klamotten lagen. Überrascht wollte ich wissen, wer bitte seine BHs hier liegen lässt und wer so große Boobies hat, dass ich in dem direkt anprobierten BH aussah wie ein Vater, dem in diese Halterung gleich zwei fette Babys gesteckt werden.
Die meisten Mädels, so Mandragora, lassen ihre Klamotten hier liegen, wenn sie hier duschen gehen (“IN DER TOILETTE?!” – “Nein hier gibt’s auch duschen”).
Und der große BH gehörte Mandragora –  wie ich feststellen musste, als sie das Gesicht so säuerlich verzog, als hätte ihr Freund ihr mit seinem Sperma ein blaues Auge verpasst (ist tatsächlich schonmal passiert).
Ich wollte wissen, ob das normal ist – im Männerklo gibt es schließlich auch keinen Schlüpferbasar, auch wenn ich mir das nach einigen Erlebnissen gewünscht hätte – doch dann fiel mir wieder ein, dass in dieser Schule alles mega gechillt angegangen wird. Von der etwas seeehr intimen, gegenseitigen Begrüßung der Studenten, und ich benutze eigentlich nie das Wort “intim”, zu den alten Chillsofas im Gemeinschaftsraum. Dort war auch die Bar.
Dreist wie schwitzige Fußballfans auf einem Schützenfest, torkelten wir mit unseren mitgebrachten 2,99 Euro Ich-verpass-dir-einen-fiesen-Kater-Weinpullen zur Bar und pflanzten uns auf Barhocker, direkt vor den Augen der Bartante.
Erst hatte ich fast schon sowas wie Angst, obwohl ich betrunken furchtlos bin (das bestätigen euch zahlreiche Polizisten), meinen eigenen Wein zu trinken und diese Schule so in den finanziellen Ruin zu treiben und damit auch das Zuhause einiger Studenten zu vernichten. Doch kurze Zeit später zauberte praktisch jeder der drei Barkeeper eine Weinflasche aus den Taschen. Ich hatte vergessen, wie gechillt das hier alles zugeht. Und dass niemand Geld hat. Nach ungelogen 8 Weinflaschen, kam das übliche Programm: einer singt, einer rappt dazu, einer tanzt lasziv dazu (ich), einer macht mit einem anderen rum, obwohl der Freund daneben sitzt usw. Das volle Barprogramm halt. Hätte nur noch gefehlt, dass ich mich mal wieder als britischer Stripper ausgegeben hätte, um die Nummer von einem heißen Barkeeper einzukassieren, dem ich am nächsten Morgen direkt Sayonara sage und direkt die Nummer blockiere.
Um 8 Uhr morgens bin ich dann zurück nach Düsseldorf gefahren, als ich endlich den HBF gefunden hatte, habe mich noch charmant-besoffen mit einem Zugschaffner unterhalten, ein totales Theater veranstaltet (die Schauspielschule hatte eine nachhaltige Wirkung auf mich) und habe die ganze Zugfahrt durchgelacht. Ich will gar nicht wissen, wie betrunken ich war, jedenfalls haben die 8 Stunden Schlaf nicht ausgereicht, bis ich aufgestanden bin, um mich für den Japantag fertigzumachen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Dies war tatsächlich das erste Mal, dass ich über ein positives Erlebnis auf diesem Blog berichte. Beim nächsten Mal kommt wieder ein verbitterter Post mit viel bissigem Witz, versprochen.

Bis dahin,

Shackles, bekennender Weinoholiker und Thekentänzer.

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Trendlexikon

#0 Trendhuren, Try-Hards und Tittenbonus

Hallo gemeines Volk,

ihr habt genug von Blogs voller Selbstmitleid, nur dezent süßen Katzenbildern und Fashionstyles, die sowieso jeder Nicht-Hipster mehr als fragwürdig und schäbig findet?
Dann krallt euch einen alkoholreichen Drink, zerreißt eure Jeanshemden und erfahrt in dem ersten Post  alles über den abgefuckten Trendnischenkult unserer Partygeneration.

Ein kleines Wortlexikon:

Trendhuren

“Möchtest du den trendigen Clean-Side-[Whatever]-Cut haben, den jetzt jeder Kerl trägt?” – jeder “männliche” Friseur

Ihr wisst, wovon die Rede ist. Diese schmierige Macklemorefrisur, die sich anscheinend durch die Männermodels im H&M-Katalog durchgesetzt hat und die jeder 1,5te Kerl bis Anfang 40 trägt.
Wird grundsätzlich mit einer engen Hose, Anzugschuhen und natürlich Jeanshemden kombiniert. Jeder, der hin und wieder in Clubs feiern geht, wird sich über dieses Trendphänomen im Klaren sein.
Das sind die Leute, die zu sechst dort aufkreuzen, sich gegenseitig als “Bros” bezeichnen und “Diggah” oder “Kollege” (noch schlimmer: “Kollegah”) sagen.
Kurz gesagt: Diejenigen, die alle zwei Jahre ihren Style ändern und deshalb in die Schublade “TRENDHUREN” gesteckt werden.

Trinkspiel: Klickt euch durch eure Facebookfreunde und bei jeder Person mit dem oben beschriebenen Style einen Kurzen trinken. Prost.

Andere/alte Trendhurenstyles sind beispielsweise: Stoffbeutel und Skinny-Jeans, Nerdbrille mit Beanie oder riesige Kopfhörer, die um den Hals getragen werden.

Trendhuren sind aber lustig. Nehmen sich selbst viel zu wichtig und halten sich grundsätzlich auf jeder Party für DEN ABSOLUTEN HINGUCKER UND DIE MEGA SEXBOMBE.

Try-Hards

Die Try-Hards sind nochmal eine Stufe verzweifelter als die Trendhuren.
Sie beobachten genau, was ihre Mitmenschen/Kommilitonen so tragen und übernehmen den Style dann nach einer Weile. Denn sie haben bemerkt, dass das gerade voooll “in” ist.

Das “try-hard” erkennt man daran, dass diese Personen sich unglaublich ins Zeug legen, trendy zu sein, es aber nicht ganz gebacken bekommen und es irgendwie nicht al dente wirkt.

Klingt logisch, ist auch so.

Beispiele sind:

– Mädels mit Zebraleggins und einer verdrehten Wahrnehmung im Bezug auf den Umfang ihrer Beine (Nicht du, Jenny)
– Kerle mit Trendfrisur, die ihren kreisrunden Haarausfall nicht bemerkt haben (oft Soziologiestudenten in hohen Semestern, so Ende 20)
– 42-Jährige, die völlig überbräunt sind und bei Zara einkaufen
– Allgemein jeder, der bei Zara einkauft

Try-Hards entstehen auch oft durch einen bitchigen/hipster/trendhuren-Freundeskreis, der passiven Druck ausübt. Boo. Jutebeutel oder du warst mal, Bitch.

Tittenbonus

Der Ti-Ta-Tittenbonus ist nichts Neues, ein altbewährtes Foltermittel von Frauen und 16-jährigen Mädchen, die in einer Bar selbst nicht zu trinken bekommen und sich kostenlos abschießen wollen.

Ganz simpler Ablauf: ETWAS AUSSCHNITT ZEIGEN—->VON VERZWEIFELTEN KERLEN ANTANZEN/ANSPRECHEN LASSEN——> TEQUILA SHOTS TRINKEN——>DEZENT ABZISCHEN

WIR LIEBEN DEN TB!

Jetzt kommt der lukrative Trick für dich und deine Freunde, HOLLAAA! Achtung, unverschämt.

Man nehme ein süßes Mädchen mit einigermaßen Holz vor der Hütte, das bereit ist, sich dem größeren Wohl zu opfern und einen Club voller Kerlen, die eindeutig nicht zum tanzen da sind.

Nun wird sorgsam ein offensichtlich verzweifeltes Opfer auserkoren (Übung macht den Meister) und unsere aztekische Jungfrau macht sich an die Tanzarbeit. Klappt einwandfrei bei diesem Lied: Klick mich

Nach einem Song hat der Typ genug vom Tanzen.
Er denkt sich, dass er dich schon eingetütet hat, da du immer noch mit ihm tanzt  SURPRISE (Ganz nach dem Motto: “Warum Zeit vergeuden, anscheinend hab ich mein Ziel BANG BANG schon fast erreicht”)
Also wird er dich fragen, ob du was trinken möchtest.
Möchtest du, also gehst du mit ihm zur Bar (nicht die Drinks von ihm bringen lassen, sicher ist sicher- du möchtest ja nicht stranguliert in einem Kofferraum aufwachen) und verlangst zwei Tequila oder irgendwas anderes im Shotglas (kein Longdrink, du Schnapsnase).
Als Erklärung dafür lieferst du:
– “Ich hatte heute einen echt beschissenen Tag und ich will langsam mal Spaß haben”
– “Meine Freunde sind alle besoffen und ich komm mir nüchtern voll langweilig vor”
– “Nur ein Tequila bringt bei mir ganz nichts, buhuhu”
– “Ich bin Alkoholikerin, du Geizhals”

Da Shots nicht unbedingt teuer sind (außer ihr seid in einem Snobclub gelandet, dann seid ihr selbst schuld) und der Kerl dich bei Laune halten will, wird er dir zwei Tequila bringen.
Glückwunsch, Süße.

Im nächsten Schritt musst du einfach nur noch das zweite Shotglas einer Freundin etc. reichen. Entweder steht sie plötzlich hinter dir und sie greift sich das Glas, du gibst es ihr heimlich während der Kerl trinkt o.A
Die Möglichkeiten sind unzählig und wenn der Typ eh besoffen ist, ist es simpel…. c’est la vie.
Sei kreativ, denn du hast den Tittenbonus.
Die Kerle wissen sowieso, dass sie ausgenutzt werden, aber sie haben immer noch Hoffnung, dass noch ein Nümmerchen abspringen könnte. Aber nicht auf dem Clubklo, Ladies.

Auf diese Weise haben wir uns letztens in einem Club komplett betrunken, ohne selbst was zu kaufen. #Schamlos, #dreist und #untersteSchublade
Aber man ist ja nur einmal jung.
Ist auch perfekt dafür geeignet, wenn ihr männliche Freunde dabei habt, die nichts ausgegeben bekommen. Sei eine gute Freundin und teile.

(Wenn ihr euch auf diese Weise durchschnorren wollt, Mädels, dann in einem großen Club. In einem Kleinen fällt es sehr schnell auf, dass ihr ständig mit anderen Kerlen trinkt).

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Das war jetzt der Startpost unserer Blogs.
Nehmt es nicht so ernst, ihr seid natürlich schön so wie ihr seid und blablabla.

Als nächstes folgen fiese Partyberichte, nicht jugendfreie Drogenberichte, weitere Klagelieder über Trends und natürlich irgendwas über Sex, das darf schließlich nicht fehlen.

In diesem Swag, lebt euch aus und wenn euch irgendwas aufregt- lasst es uns wissen

– Shackles und Ginger, immer auf der Suche nach dem neusten Abfuck

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